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FAQ: PSN-Datenklau - Was ist zu tun?

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Nachdem das PlayStation Network von Sony präventiv komplett offline geschaltet wurde und man das System sowohl intern als auch extern reinigt, überarbeitet und besser sichert,  stellt sich für über 70 Millionen Nutzer die Frage: Was kann ich als betroffener User überhaupt unternehmen? Wir haben euch die notwendigen Schritte zusammengefasst:
 

 
Schritt 1: Passwort für den PSN-Zugang ändern
Zu den geklauten Userdaten zählen neben dem Benutzernamen auch Angaben zur Person. Also Geburtsdatum und Alter, Wohnort (Stadt, Bundesland, Postleitzahl), E-Mail Adresse, und eben alle freiwilligen Angaben des Users. Durch die geklauten Daten können sich auch nachträglich noch Hacker in euren Account einloggen und weitere Daten ausspionieren, falls dies noch nicht geschehen ist. Als kritisch zu beachten sind hierbei vor allem die Kreditkarten-Daten, welche für das Bezahlen im PlayStation Store benötigt werden. Um das nachträgliche Einloggen von nicht berechtigten Personen zu vermeiden, sollte unbedingt das PlayStation Network-Passwort geändert werden, sobald das System wieder online geht. Es bietet sich an eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen zu verwenden, um eine höhere Sicherheitsstufe zu erreichen.
 
Schritt 2: Das gleich gewählte Passwort bei anderen Accounts ändern
Solltet ihr das selbe Passwort ebenfalls für andere Accounts wie E-Mail-Adressen, Online-Banking, eBay, Online-Shops etc. verwendet haben, so empfiehlt sich dringend diese ebenfalls alle zu ändern. Am besten nicht das neu gewählte PSN-Passwort, da schließlich nicht ausgeschlossen werden kann, ob ein weiterer Hackerangriff geplant ist. Da die registrierte E-Mail Adresse meistens auch zu dem gewählten Passwort passt, besitzen Datenklauer sowohl den Benutzernamen (Die E-Mail Adresse) als auch das Passwort, um damit weitere Schäden über andere Plattformen  zu verursachen.
 
Schritt 3: Kontoauszüge überwachen
Über einen längeren Zeitraum sollten die Kontoauszüge der Kreditkarte bzw. des zugehörigen Bankkontos wöchentlich kontrolliert werden. Zwar informiert euch eure Bank, sofern ein hoher Betrag abgebucht werden soll, der nicht eurem Kaufverhalten entspricht, doch die Norm ist das noch lange nicht. Innerhalb von zwei Wochen nach Abbuchung kann das Geld im Normalfall von der Bank zurück gebucht werden, sofern das Konto des Betrügers noch existiert. Gerade größere Anschaffungen wie Haushalts- und Technikgeräte etc. werden so häufig gekauft, dass es nichts Unnatürliches ist und die Banken solche Abbuchungen trotz unbekanntem Händler gerne mal ohne Kontrollanruf durchgehen lassen.
 
Solange nicht bekannt ist, ob die Kreditkarten-Daten nun tatsächlich entwendet wurden oder eben nicht, sollte die eigenständige Kontrolle so lange erfolgen, bis Sony sich weiter dazu äußert. Weitere Informationen dazu findet ihr in unseren aktuellen Newsmeldungen rund um das Thema. Sobald sich Sony weiter dazu äußert, werden wir euch diesbezüglich informieren.
 
PS: Nachträglich die Kreditkarten-Daten aus dem Profil im PlayStation Store zu entfernen, bringt rein gar nichts. Die Daten wurden entweder schon entwendet oder waren sicher. Nachdem das System wieder online gestellt wird, kann man als Kunde davon ausgehen, dass Sony alles in der Macht stehende unternehmen wird, um eure Kreditkarten-Daten so gut wie möglich zu schützen. Aktionismus ist zumindest bei dieser Angelegenheit nicht angesagt.
 
Sonstiges:
 
E-Mail-Konto gründlicher auf Spam-Mails untersuchen
Falls ihr in nächster Zeit Aufforderungen zu Datenangaben wie der Sozialversicherungsnummer oder ähnlichen persönlichen Daten von einer vermeintlichen Sony-Quelle erhaltet, so seid versichert, dass diese E-Mails nicht von Sony Computer Entertainment verschickt wurden. Sony wird euch niemals nach weiteren, persönlichen Daten fragen. Dabei handelt es sich dann zu 100% um Spionage-Mails, die versuchen an weitere Daten des Users zu kommen, um damit mehr Schaden anrichten zu können. Sollten mehrere Personen die benutzte E-Mail Adresse verwenden, so warnt die Benutzer ebenfalls und meldet die Betrugsversuche als "betrügerischen Phishing-Versuch".

Ominöse Post von Sony ignorieren
Solltet ihr über die Post Briefe wie zum Beispiel Zahlungsaufforderungen oder Mahnbescheide für nicht bezahlte Rechnungen erhalten, so ignoriert diese Post. Dies sind keine staatlichen Mahnbescheide und es droht euch kein Ärger vor Gericht, wie dann meist im Wortlaut angedroht wird, selbst wenn ihr mehrere Mahnbescheide erhaltet. Ein Gerichtsbesuch wird euch erspart bleiben, da der Betrüger genau weiß, dass er den Prozess verlieren würde. Schließlich ist dies nur ein Betrugsversuch. Bezahlt ihr auf die verschleierten Bankkonten, so seht ihr euer Geld wahrscheinlich nie wieder.

Telefonanrufe hinterfragen
Neben der Post und dem elektronischen Datenverkehr zählt auch die Telefonverbindung zur typischen Abzockstrategie. Unter Verweis auf erfundene Szenarien versuchen Betrüger gerne mal an Daten zu gelangen. Doch auch gerade, weil euer Kaufverhalten im PlayStation Store als Historie entwendet wurde, kann es gut sein, dass Marketingunternehmen oder unseriöse "Marktforschungs-Unternehmen" euch Objekte verkaufen oder eure Meinung einfangen möchten, die eurem Kaufverhalten entsprechen. Leider lässt sich durch den Verkauf der Daten nicht nachvollziehen, ob die Daten über das PSN geklaut wurden oder nicht, doch gerade wenn es vermehrt zu solchen Anrufen kommen sollte, dann könnt ihr davon ausgehen, dass es etwas mit der Angelegenheit zu tun hat. Falls sich jemand als Sony-Angestellter ausgibt, wisst ihr ohnehin Bescheid und könnt direkt wieder auflegen...



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Pressespiegel:
 
FAZ: "Hacker stehlen Sony Millionen Kundendaten"
Focus Online: "Daten-Gau im Sony-Universum"
Heise: "PSN-Hack: Persönliche Daten von Millionen Kunden gestohlen"
Spiegel: "Hacker stehlen Millionen Sony-Kundendaten"
Sueddeutsche: "Sony: Wutsturm nach Datenklau-Debakel"
Zeit: "Sonys Kommunikationspolitik erbost Playstation-Kunden"
 
 Autor:
Dominic Ruthardt
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