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GT6 Interview mit Kazunori Yamauchi

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Gran Turismo-Schöpfer Kazunori Yamauchi nahm sich für uns Zeit im Rahmen der gamescom 2013, um über Gran Turismo 6 und vision GT zu sprechen. Erfahrt unter anderem, warum wir wohl kein GT 6 auf der PlayStation 4 sehen werden und wie man sich die Kritik an GT5 zu Herzen nahm.



GU: Nach der Veröffentlichung von Gran Turismo 5 haben Sie versucht so viel Fan-Feedback wie möglich aufzunehmen und möglichst viel Content im Zeitraum nach dem Launch veröffentlicht. Unter anderem deswegen macht sich manch ein Fan Sorgen darüber, dass Gran Turismo 6 nur eine verbesserte Version des Vorgängers werden könnte. Wie lautet ihre überzeugende Antwort abseits offensichtlicher Erweiterungen, wie neuen Strecken und Autos, um die Sorgen der Fans im Keim ersticken zu lassen?

Kazunori Yamauchi: Beim Sprung von GT5 zu GT6 hatten wir zwei große Zielvorgaben. Die erste Vorgabe war es die qualitative Grundlage auf ein neues Level zu heben, also die simulierten Rennen, das Online-Gaming und so weiter. Beispielsweise veränderten wir das Physikmodell, die Modellierung der Reifen sowie der Aerodynamik und auch die KI der Fahrer...all dies wurde für Gran Turismo 6 auf den neusten Stand gebracht. Wir meinen damit aber nicht, dass einfach alles geupdated, sondern von Grund auf neu programmiert wurde, sodass wir einen richtig festen Kern haben.

Und wie wir auch schon bei der Ankündigung des vision Gran Turismo-Konzepts zeigten: Wir wollen die Grenzen der Videospiele sprengen...und auch danach greifen können. Dies war unsere zweite große Zielvorgabe.

GU: Weil Sie gerade vision Gran Turismo erwähnen: Wie viele Autos wird die Plattform umfassen und wie viele davon werden gleich zum Launch zur Verfügung stehen?

Kazunori Yamauchi: Stand heute haben wir 18 Automobilhersteller angekündigt, die an der Plattform teilnehmen. Aber es werden in der Tat noch weitere hinzukommen. Es gab letztendlich ein paar Hersteller, die es nicht rechtzeitig für die gamescom-Präsentation geschafft haben uns ihr Konzept zu präsentieren. Bei den einzelnen Autos sieht es so aus, dass wir ein bis zwei Konzeptautos pro Monat für den Zeitraum von einem Jahr nach dem Launch am 6. Dezember ergänzen wollen. Es ist sozusagen wie ein einjähriges Festival für Fans (lacht).


GU:
Sie sprechen die Phase nach dem Launch an: Es wurde bereits von Ihnen bestätigt, dass es, wie schon bei GT5, zusätzliche Strecken- und Autopakete geben wird. Können Sie uns etwas über die genaue Menge an neuen Inhalten sagen und wie lange der DLC-Support in Anbetracht der auslaufenden Konsolengeneration anhalten wird?

Kazunori Yamauchi: Grundlegend werden wir wieder neue Strecken und Autos via Online-Updates nachliefern. Und wie wir schon bei vision GT erwähnten, wird ein Jahr dafür eingeplant. Ich kann zwar jetzt noch nicht sagen welche Strecken und Autos oder wie viele wir letztendlich ergänzen werden, aber unser Arbeits-Input für Gran Turismo 6 wird bis Ende 2014 fortlaufen.

GU: Bei Gran Turismo 5 gab es die Unterteilung zwischen den Premium- und Standardautomodellen. Werden alle Premiummodelle wieder enthalten sein, wie viele kommen hinzu und wie wird das Verhältnis zwischen Premium und Standard sein?

Kazunori Yamauchi: Ja, es werden auf jeden Fall die bisherigen Premiummodelle vorhanden sein. Das Verhältnis bleibt in etwa gleich und es wird zumindest zum Launch abseits der neu angekündigten Autos nicht allzu viele neue Premiummodelle geben.

GU: Einer der größten negativen Kritikpunkte über Gran Turismo 5 waren die sehr langen Ladezeiten, sowohl generell als auch vor allem im Hauptmenü. Können Sie Fans damit besänftigen, dass die Ladezeiten in der neuesten Iteration signifikant kürzer sein werden?

Kazunori Yamauchi: Haben Sie schon die GT6-Demo auf dem Showfloor gesehen? Es wurde so umgesetzt, dass man die nun kurzen Ladezeiten kaum merken wird. Das Reaktionsverhalten im Menü war in der Tat ein Punkt bei dem wir uns sehr bemühten es so schnell wie möglich zu gestalten.

Anmerkung: Die Ladezeiten vor dem Start des Rennens auf dem Showfloor waren zwar schon deutlich kürzer, jedoch dennoch bemerkbar und mit einer kurzen Wartezeit verbunden. Das Hauptmenü war nicht auswählbar.

GU: Kürzlich wurde für Viele überraschend ein Gran Turismo-Film angekündigt, der eigentlich nicht wirklich zu dem eleganten Konzept der Spielserie passt. Vielmehr möchte der Film seine Zuschauer mit actionreicher Kost speisen. Wie genau passt das zusammen und wie stark sind Sie und Polyphony Digital in die Planung des Films involviert?

Kazunori Yamauchi: Das ist richtig (grinst). Videospiele und Filme zusammenzubringen ist aus vielerlei Hinsicht schwierig. Ein Film über eine Rennsimulation wäre nicht ansprechend. Deswegen versuchen wir die Geschichte rund um diesen jungen, unerfahrenen Fahrer zu erzählen und seinen Reifeprozess von einem Videospieler zu einem Racing-Champion zu behandeln. Unabhängig davon habe ich persönlich und mein Team wenig mit dem Film an sich zu tun. Ich habe nur etwas bei der Handlung zu sagen aber ansonsten liegt das Projekt in den Händen anderer Leute wie dem Director, dem Producer sowie einem Screenwriter.

GU: Wir denken, dass es eine Menge PlayStation Vita-Fans in der GT-Community gibt und sie warten noch geduldig auf einen Gran Turismo-Ableger. Auch wenn es noch kein gleichzeitges Spiel gibt: Wird es eine Möglichkeit geben Gran Turismo 6 wenigstens in irgendeiner Weise mit dieser Plattform zu nutzen wie beispielsweise via Remote Play oder als App für Unterwegs - ähnlich wie es schon bei GT5 für die B-Karriere über den PC funktionierte?

Kazunori Yamauchi: Leider nein. Bisher ist nichts in der Hinsicht geplant. Ich kann jedoch nur für den Moment sprechen.

GU: Nehmen wir einfach mal an Sie würden eine PlayStation 4-Portierung von GT6 machen. Welche Ideen sprudeln in ihrem Kopf herum, wenn Sie an die neuen Möglichkeiten der verbesserten Hardware-Power denken? Schließlich haben wir schon auf der PS3 all diese hohen Standards wie 1080p, 60fps und ein dynamisches Wettersystem. Gab es etwas Bestimmtes, das Sie auf der PlayStation 3 gleichzeitig nicht auch noch realisieren konnten?

Kazunori Yamauchi (lacht): Natürlich denken wir auch an die PlayStation 4. Wir denken aber auch an die Zeit, die es benötigen würde eine PS4-Version von Gran Turismo 6 zu veröffentlichen. Wir sprechen hier von einem Zeitraum von mindestens einem Jahr später oder sogar zwei Jahren später. Und das ist eben schon ein Zeitraum, der für Gran Turismo 7 vorgesehen ist und sinnvoller wäre.

Bei der PS3 haben wir versucht alles aus der Konsole herauszuholen und ich denke wir werden das auch mit der PS4 versuchen. Wir schauen uns das genau an und versuchen zu fühlen was die Leute wollen, die sich auf die neue Hardware freuen und auch was sie  von ihr erwarten. Und auch wenn wir 1080p und 60fps schon an Bord haben, denken wir, dass es dennoch viel gibt, was man parallel verbessern könnte.
 Autor:
Dominic Ruthardt
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