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Metal Gear - Auf den Spuren der Schlange - Teil 1

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Prolog – Hideo Kojima
Die Geschichte von Metal Gear ist gleichzeitig auch die Geschichte seines Schöpfers. Deswegen wenden wir uns in diesem Prolog dem Werdegang des Schöpfers und damit den Ereignissen zu, die zur Geburt der Metal Gear Reihe führen sollten. Hideo Kojima erblickte am 24. August 1963 das Licht der Welt. Natürlich war es nur Zufall, dass drei Monate darauf mit John F. Kennedy der 35. Präsident der Vereinigten Staaten erschossen wurde. Doch die Tat und die zahlreichen Verschwörungstheorien, die sich bis heute um dieses Ereignis ranken, hätten fraglos selbst aus einem Kojima-Spiel stammen können. Seine ersten drei Lebensjahre verbrachte der junge Kojima in Setagaya, einem Stadtteil Tokios, bevor er mit seinen Eltern in die weiter westlich gelegene Kleinstadt Shiraski zog. Beginnend mit seinem Eintritt in die Schule, wuchs Kojima, bedingt durch die berufstätigen Eltern, als ein so genanntes Schlüsselkind auf. In diesem Zeitraum kam er vermehrt mit dem Fernseher in Kontakt und entwickelte sich, nachdem ihm seine Eltern schon als Kleinkind zum Filme schauen ermutigten, nach und nach zu einem begeisterten Filmanhänger. Doch eine Kindheit als Schlüsselkind hatte auch seine Schattenseiten. Die Isolation und das Alleinsein führten dazu, dass Kojima selbst heute noch sofort den Fernseher einschaltet, sobald er alleine sein Hotelzimmer betritt, um auf diese Weise die Stille zu unterbrechen.

Für den jungen Japaner stand schon früh fest: Der zukünftige Berufsweg musste mit dem Wunsch der freien Auslebung seiner Kreativität vereinbar sein. So interessierte es sich auch für das Zeichnen. Jedoch wurde er vom allzu stromlinienförmigen Japan und dem Streben seines Umfeldes nach sicheren, grundsoliden Jobs schnell entmutigt. Mit seinem Onkel, der sich einem Leben als Künstler verschrieb, hatte Kojima stets ein Negativ-Vorbild seines Traumes vor Augen, denn das Familienmitglied litt ständig an finanziellen Engpässen. Dennoch begann Kojima sich in der Kunst des Schreibens zu üben und verfasste eigene Kurzgeschichten, die er etwas später auch an entsprechende Magazine schickte, die sich mit der Veröffentlichung von Geschichten unbekannter Autoren beschäftigten. Jedoch wurde niemals auch nur eine seiner Storys abgedruckt, da diese stets den Rahmen der Publikationen sprengten, denn während die Magazine Kurzgeschichten mit einem Maximalumfang von ungefähr 100 Seiten wünschten, schickte Kojima regelmäßig Manuskripte mit einem Umfang von 400 Seiten hin. Seine Begeisterung für das Kino sollte noch weiter ansteigen, als einer seiner Freunde eine 8mm Kamera bekam, mit der Kojima seine ersten Gehversuche als Regisseur machte.

Letztendlich gab er dem Druck seines Umfeldes aber nach und begann mit dem Studium von Wirtschaftswissenschaften auf dem College. In seinem vierten Jahr auf dem College sollte es jedoch zu einem Ereignis kommen, das sein Leben für immer veränderte. Kojima gehörte, wie viele junge Japaner zu dieser Zeit, zu den regelmäßigen Benutzern des Famicoms (Nintendo Entertainment System) und so verbrachte auch er den Großteil seiner Freizeit vor der Nintendo-Konsole. So kam er 1985 in Kontakt mit einem gerade auf dem Markt gekommenen Spiel namens Super Mario Bros. Die Begeisterung für diesen einen Titel sorgte schließlich dafür, dass Kojima den Entschluss fasste in die Videospiel-Branche einzusteigen. Als er seinem Professor im College von dem Vorhaben erzählte, versuchte dieser noch, ihn von dieser gewagten Idee abzubringen, aber für Kojima gab es nun kein Zurück mehr.
 Autor:
Oliver Sautner
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