Mini-Test: The Last of Us - Left Behind

News vom 14-02-14
Uhrzeit: 22:38
Exakt acht Monate sind inzwischen vergangen, seitdem wir Ellie und Joel auf ihrem Abenteuer in The Last of Us begleiten durften. Heute erschien im PlayStation Store mit "Left Behind" das einzige Story-Add-on, das als Vorgeschichte dient und näher auf die Phase von Ellie eingeht, ehe sie auf Joel trifft. Für 14,99 Euro könnt ihr den 5,2GB großen Download erwerben und bekommt damit rund 2-3 Stunden Spielmaterial geboten.
 
Zu The Last of Us - Left Behind im PlayStation Store
 
Left Behind setzt in Wirklichkeit während den Geschehnissen von The Last of Us an und behandelt den Abschnitt, in dem Ellie sich unermüdlich um den Gesundheitszustand ihres treuen Begleiters kümmert. Was Sie dabei durchmachen musste, blieb den neugierigen Augen der Spieler bislang größtenteils verwehrt und gerade deshalb findet man sehr schnell wieder in das Spiel hinein. Dennoch bietet das Spiel optionale Hilfe-Anzeigen für Leute mit Kurzzeitgedächtnis. Während ihrer mühsamen Suche nach Medizin schwelgt Ellie in Erinnerungen und das Szenario wechselt immer und immer wieder zwischen der Vergangenheit und eben jenem Spielausschnitt des Hauptspiels. Weniger sind es letztere Momente, die Left Behind so besonders machen, sondern die Zeit während des Militärinternats, in dem sie zusammen mit ihrer besten Freundin Riley aufwuchs. Einige Wochen lang war Riley plötzlich verschwunden und versuchte mit einem Streit ihre Gefühle gegenüber Ellie zu unterdrücken, um den Abschied leichter zu machen. Doch warum kam sie letztendlich wieder zurück?

Die Antwort darauf ist Thema dieses tollen Szenarios, in dem Ellie und Riley sich ein letztes Mal aus dem Internat schleichen, das verlassene Einkaufszentrum besuchen und dort ihre Freundschaft wieder versuchen erblühen zu lassen. Riley findet einen Weg den Strom wieder zu reaktivieren und so bieten sich dem Spieler einige Attraktionen wie ein Karussel und eine Arcade-Halle. Ein verlassener Kostüm-Shop dient als unterhaltsamer Spielplatz und das gegenseitige Abschießen mit Wasserkanonen trägt neben dem Bewerfen von Autoscheiben mit Ziegelsteinen zur allgemeinen Erheiterung bei. Es sind diese schönen, so natürlich wirkenden Momente, in denen Left Behind groß auftrumpft. Eine unbekümmerte Insel mitten in einer so ernst bedrohten Welt bringt erneut diese netten Charakterzüge von Ellie zum Vorschein, für die man sie bereits im Hauptspiel einfach gern haben musste. Da dürfen weitere Witze aus dem berühmt-berüchtigten Büchlein natürlich auch nicht fehlen.
 
Man muss Naughty Dog an dieser Stelle ein riesiges Kompliment machen: Sie haben es, wenn auch in Abwechslung mit Actionkost, geschafft, eine ganz normale Freundschaft zwischen zwei Mädchen unterhaltsam und glaubwürdig zugleich auf die Mattscheibe zu zaubern. Sich an solch eine gewagte Herausforderung zu trauen, beweist einiges an Mut und mit Left Behind unterstreichen Bruce Straley und Neil Druckmann nochmals, dass Ellie der digitale Beweis dafür ist, dass sie in der Lage sind die öffentliche Wahrnehmung von weiblichen Protagonisten in Videospielen vollkommen zu verändern. Zusammen mit Riley bilden die beiden ein dynamisches Duo, das trotz ganz banalen Handlungsaktionen den Spieler von ganz allein in den Bann zieht. Doch keine Angst: Auch Action- und Survival-Fans kommen voll auf ihre Kosten und dürfen wie gewohnt vor Clickern zittern und Runnern Blei durch den Kopf jagen, während Ellie interessante und düstere Orte verlassener Natur besucht, in denen sie sowohl als Jäger als auch Gejagte taktischen Spielraum durch die clever gestaltete Umwelt geboten bekommt.

 KaufempfehlungPreis / Leistung 
Umfang 
Alternative 
Absolventen von
The Last of Us

Sehr gut
Sehr gut
The Last of Us
 
Besitzer und Kenner von The Last of Us sollten sich dieses Add-on keinesfalls entgehen lassen. Trotz Vorgeschichte sollte man aufgrund der Teil-Behandlung des Hauptspiels allerdings erst letztere Kampagne zu Ende gebracht haben. Der Preis mag für ein 2-3 stündiges Abenteuer zwar recht hoch sein, doch dafür bekommt man auch wahre Qualität geboten. Von vorne bis hinten merkt man dem DLC an, dass dort viel Herzblut hineingesteckt wurde. Zu guter Letzt bekommt der Spieler noch ein zufriedenstellendes Ende nach einer wahren Achterbahnfahrt der Gefühle serviert. Wenn man für Ellie in The Last of Us auch nur einen Hauch von Sympathie empfand, dann muss man dieses Semi-Prequel einfach lieben!

 Autor:
Dominic Ruthardt 
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