PlayStation 3 » Tests » A » Alice: Madness Returns (Xbox 360)

Alice: Madness Returns (Xbox 360)

-> Drucken Spiel-Infos ein-/ausblenden...
 Spiel-Infos: Alice: Madness Returns (Xbox 360)
Alice: Madness Returns Boxart Name: Alice: Madness Returns (Xbox 360) (PAL)
Entwickler: Spicy Horse
Publisher: Electronic Arts
Erhältlich seit: 16. Juni 2011
Genre: Action
Spieler: 1
Features:
Code für American McGee`s Alice beiligend

Dieser Test basiert auf der Xbox 360-Version. Kleinere Abweichungen im Vergleich zur entsprechenden PlayStation 3-Fassung sind deshalb nicht völlig ausgeschlossen.
 
Wer kennt sie nicht, die Geschichte von der kleinen Alice, die sich im Wunderland verirrt? Spätestens seit 2010 Tim Burton den Stoff für einen Kinofilm neu interpretierte, ist die Geschichte wieder quer durch alle Gesellschaftsschichten hindurch bekannt. Alice: Madness Returns aber folgt einer eher ungewöhnlichen Auslegung der märchenhaften Story und präsentiert sich als lineares Jump ‘n’ Run mit Horror- und Psychoelementen. Die Handlung knüpft dabei an den im Jahr 2000 von EA veröffentlichten Vorgänger American McGee’s Alice an, der sogar als Download-Code beiliegt. Für das Verständnis des Spiel ist es aber nicht erforderlich diesen gespielt zu haben. Doch nun zu Alice: Madness Returns und der Frage, ob sich ein Ausflug ins Wunderland lohnt.

Die Abgründe einer kranken Seele

Wie schon angedeutet, folgt das Spiel einer umstrittenen Interpretation der bekannten Geschichte von Alice im Wunderland. Alice ist psychisch krank, bereits als Kind verbrachte sie viel Zeit in ihrer selbst erdachten Traumwelt, dem Wunderland. Diese Tendenz zur Realitätsflucht verstärkt sich erheblich, nachdem ihre Familie bei einem Brand ums Leben kommt und nur sie schwer verletzt überlebt. Das resultierende Kindheitstrauma und ein irrationaler Schuldkomplex treiben sie an den Rand des Wahnsinns und an die Grenze zum Suizid. Der daraus resultierende Kampf gegen den Wahnsinn war bereits Thema des Vorgängers und wird in Alice: Madness Returns konsequent fortgesetzt. Die inzwischen zur jungen Frau gereifte Alice projiziert ihr zerrüttetes Selbst in ein völlig verdrehtes und grausames Wunderland, das durch dunkle Kräfte der Zerstörung nahe ist. Eine Rettung des Wunderlandes, das einen so wesentlichen Teil ihrer Persönlichkeit darstellt, würde für sie daher gleichzeitig den Sieg über ihre innere Zerrissenheit und den Wahnsinn bedeuten. Auf ihrer Reise durch das Wunderland und damit durch ihr Inneres erlangt sie vergessene Erinnerungen wieder, die ihr endlich Klarheit über die Geschehnisse in ihrer Kindheit verschaffen und es ihr ermöglichen, sich den schlimmen Erfahrungen zu stellen. Alice: Madness Returns erzählt insgesamt eine interessante und packende Handlung, die durch weltbekannte Charaktere wie den Hutmacher und die Grinsekatze angereichert wird. Die Reise durch das Wunderland wird zudem immer wieder von kurzen Abstechern ins London des 19. Jahrhunderts unterbrochen und bleibt bis zum Schluss unterhaltsam.

“Wie hoch du springen kannst, Alice! Fast wie ein Frosch.”

Euch als Spieler fällt dabei logischerweise die Aufgabe zu, Alice sicher durch das Wunderland zu steuern. Im Wesentlichen besteht die Reise aus aneinandergereihten Jump ‘n’ Run Passagen, die von Kampfeinlagen unterbrochen werden, in denen ihr euch den skurrilen Kreaturen des Wunderlandes stellt. Ab und an werden euch in kurzen Zwischensequenzen neue Aufgaben gegeben oder die Geschichte fortgeführt. Thematisch ist die Reise in sechs Kapitel unterteilt, die jeweils verschiedenen Gebieten und Figuren gewidmet sind.

Alice lässt sich dabei sehr einfach kontrollieren, die Steuerung ist eingängig und simpel gehalten. Das ist auch gut so, denn das Spiel legt erstaunlich viel Wert auf Geschwindigkeit. Alice bewegt sich sehr schnell und kann extrem weit und hoch springen. In Kämpfen ist Ausweichen und schnelles Attackieren wichtig, denn Alice verträgt nur wenige Treffer. Zum Angreifen könnt ihr frei zwischen Nah- und Fernkampf wechseln, zur Auswahl stehen euch vier exotische Waffen wie das Steckenpferd oder die Pfeffermühle. Das Spiel bleibt stets fair und setzt euch beim Tod durch Feinde, oder wenn ihr irgendwo herunterfallt, einfach an den Anfang des Raumes zurück. Auf Normal ist das Spiel deshalb auch nur mäßig schwer, der höhere Schwierigkeitsgrad Alptraum hat es aber durchaus in sich. Die Möglichkeit nach dem Durchspielen mit euren aufgetunten Waffen den höchsten Schwierigkeitsgrad zu wählen, macht das Ganze jedoch einfacher.
 Autor:
Frank Ziegler
Testbericht
Zur Screengalerie
Screenshots:
Leserwertung:
7.5