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Assassin´s Creed III

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Ein Schlauchboot in Seenot
Die letztjährigen Ableger der Assassin's Creed-Serie gingen meist recht spärlich mit relevanten Story-Anteilen um. Meist waren es lediglich die Desmond-Abschnitte, die dem Spieler wichtige Informationen gaben, während die Banalitäten rund um Ezio kaum ein Ende nahm. Vielmehr war es das Gesamtwerk in Kombination mit dem Gameplay, das die Serie im Verlauf der Trilogie so beliebt und erfolgreich machte. Assassin's Creed III bricht hier krass mit dem Usus und schnürt einen engen, linearen, Schlauchboot-ähnlichen Handlungsverlauf um den Spieler. AC-Fans werden allesamt mit falscher Erwartungshaltung in einen inneren Monolog gezwungen, in dem sich schon während der ersten Hälfte des Spiels entscheidet, ob einem die neue Herangehensweise gefällt oder eben nicht. Die gewohnte Freiheit "Tun und lassen können wie es einem beliebt" gibt es zu einem großen Teil der Hauptmissionen nicht mehr. Ubisoft Montreal versucht hier strikt die Geschichte von Connor zu erzählen und zwingt den Spieler zuzuhören und immer weiter voranzuschreiten. Das hat allerdings den Vorteil, dass man selten die Lust verliert weiterzuspielen - schließlich möchte man mehr vom Unbekannten erfahren was auch schon der Credo rund um die mysteriösen Geheimnisse der surrealen Welt in den Vorgängern war.

Und genau in solchen Dingen haben sich die jahrelange Erfahrung mit der Franchise ausgezahlt: Ubisoft Montreal versteht es ganz genau seine Userbase richtig anzusprechen und meist gelingt das mit dem Faktor Nostalgie: Das klassische Fangen und Versteckspiel kennt jeder aus seiner Kindheit und verpackt in coolem Gewand gefällt auch herangewachsenen Leuten dieses süchtig-machende Spielprinzip wie die Erfolge der Vorgänger unmissverständlich beweisen. Wer kletterte als Kind nicht auf einen Baum und fand das ganz toll? Oder fuhr mit einem Modellbauboot über den See? Eben. Doch hier sind den kindlichen Erinnerungen keine Grenzen gesetzt. Nun dürft ihr euch auch in vorgegebenem Umkreis um Personen schleichen und sie belauschen oder Brettspiele wie Dame und Co. zur Abwechslung spielen. Vielen Spielern dürfte diese Parallele zur eigenen Kindheit bislang überhaupt nicht aufgefallen sein: Doch einmal erkannt, ist es nicht mehr zu leugnen. Wieso dieser abstrakte Gedanke in einem Review steht, mögt ihr euch nun denken und tatsächlich gibt es auch eine Antwort dafür: Assassin's Creed III ist zu verspielt. Verspielt mit sich selbst und vor allem spielt es mit dem Spieler, obwohl der Spieler eigentlich das Spiel spielen möchte.
 Autor:
Dominic Ruthardt
Testbericht
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Leserwertung:
8.1