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Call of Duty: Modern Warfare 3 (Xbox 360)

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 Spiel-Infos: Call of Duty: Modern Warfare 3 (Xbox 360)
Call of Duty: Modern Warfare 3 Boxart Name: Call of Duty: Modern Warfare 3 (Xbox 360) (PAL)
Entwickler: Infinity Ward
Publisher: Activision
Erhältlich seit: 08. November 2011
Genre: Shooter - Ego Shooter / FPS
Spieler: 1-16 (online); 1-2 (offline)
Features:
Call of Duty Elite

Dieser Test basiert auf der Xbox 360-Version. Kleinere Abweichungen im Vergleich zur entsprechenden PlayStation 3-Fassung sind deshalb nicht völlig ausgeschlossen.
 
Mit Modern Warfare 3 geht Infinity Wards spektakuläre Kriegsszenerie mittlerweile in die dritte Runde. Die Zahlen sprachen bereits 24 Stunden nach dem offiziellen Launch in den USA und dem Vereinigten Königreich für sich. 6,5 Millionen durchverkaufte Einheiten und ein Umsatz von 400 Millionen Dollar. Vergleichbar erfolgreiche Titel? Fehlanzeige. Battlefield 3 schaffte offiziellen Angaben zufolge in der ersten Woche nur 5 Millionen verkaufte Einheiten. Falls „nur“ hier das richtige Wort ist. Auch der direkte Vorgänger kam letztlich am ersten Tag lediglich auf 310 Millionen Dollar Umsatz. Bei einer solch gigantischen Anhängerschaft verwundert es kaum, dass Activision Blizzard bei ihrem Flaggschiff keine Risiken eingehen lässt. Wer hier das große Innovationswunder erwartet, wird enttäuscht. Stattdessen konzentrierte sich Infinity Ward auf Feintuning, Aufpolierung und einen erzählerisch angemessenen Abschluss der Trilogie.
Einmal um die Welt
Serien-Veteranen werden sich also gleich heimisch fühlen, denn in der Kampagne warten bereits altbekannte Helden wie Soap, Price und Neuzugang Yuri darauf, dem russischen Erzbösewicht Makarov das Handwerk zu legen. Dieser hat seinen Fokus, einen dritten Weltkrieg anzuzetteln, nun auf Ostküste Nordamerikas verlegt und greift zu Beginn des Einzelspielermodus New York City an. Doch hier verweilt das Spiel nicht lange, denn Infinity Ward und den Partnern von Sledgehammer gelingt es auch ein drittes Mal unfassbar abwechslungsreiche und vor allem bombastgeladene Einzelspielermissionen auf die Beine zu stellen. Besonders beeindruckende Schauplätze sind unter anderem ein U-Boot, ein kleines afrikanisches Dörfchen im Dschungel von Somalia, das zerstörte Berlin und die obligatorische Militärbasis im Schnee. Währenddessen explodiert quasi permanent um einen herum die Umgebung, eine authentisch eingesetzte Ego-Perspektiv (Stichwort: shaky cam) geht mit stetig variierenden Gameplay-Elementen Hand in Hand. Dazwischen nehmen die Entwickler immer mal wieder gekonnt das Tempo heraus, etwa für eine gemächliche Schleichmission nahe eines abgestürzten Flugzeugs oder innerhalb eines verregneten Burggeländes. Zwar hat man nie wirklich das Gefühl, etwas komplett Neues zu sehen, kann sich aber auch nicht erinnern, sämtliche altbekannten Elemente eines Weltkriegs-Shooter jemals in einer solch gut getimten Perfektion serviert bekommen zu haben. Worauf Fans von Battlefield bei einem Call of Duty leider weiterhin verzichten müssen, sind offene Welten und fahrbare Untersätze. Der Schuster bleibt hier wahrlich bei seinen Leisten, die da wären: Schlauchlevels, gescriptete Events und eine unveränderbare Sicht der Dinge aus der Ego-Perspektive. Mögliche Kontroversen, wie die stark diskutierte und letztliche auch beschnittene Flughafen-Mission aus dem direkten Vorläufer, gibt es allerdings nicht mehr. Trotzdem hart: Vor einer Mission steuert man eine Szene aus der Sicht eines Familienvaters, der seine Frau und die kleine Tochter beim Spazieren gehen filmt, als plötzlich unmittelbar vor ihnen ein Auto explodiert. Zwar kommt die Szene ohne krasse Bilder und Splattereffekte aus, einen tatsächlichen Nutzen für den Spielverlauf hat sie aber auch nicht. Absichtliche Provokation? Möglich. Aber dennoch weit entfernt von dem, was dem Spielerauge seinerzeit im Flughafen geboten wurde. Apropos bieten, mit einer Spielzeit von im Schnitt um die acht Stunden ist die Kampagne dieses Mal sogar etwas länger geraten, als sonst und findet sogar tatsächlich ein befriedigendes Ende. Verbesserungspotenzial ist aber dennoch vorhanden, nicht nur in Sachen Spielzeit, sondern vor allem in Sachen Storytelling, das ähnlich wie bei Bungies Halo-Reihe immer noch zuweilen recht konfus gestaltet ist.
 Autor:
Thomas Steuer
Testbericht
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Leserwertung:
9.0