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Far Cry 4 (One)

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Ab und zu eingestreute Missionen, die von euch verlangen unentdeckt zu bleiben, sind zwar kein Totalausfall, wirken aber im Vergleich zum ansonsten dynamischen Missionsdesign unnötig limitiert. Das Frust aufkommt, liegt auch daran, dass man oft nicht genau nachvollziehen kann, warum man ausgerechnet in diesem Moment sichtbar ist. Für lineare, faire Stealth-Szenarien fehlt genaues Feedback. Die restlichen Kampagnenmissionen überzeugen aber mit reichlich brachialer Action, einigen tollen Szenarien und abgedrehten Drogentrips. Mal entledigt ihr euch einem Kommandanten der Royal Army und flieht mit eurem Wingsuit durch die Krater des Himalaya. Eine andere Mission konfrontiert euch damit nur mit Kuhkri bewaffnet in einer Gladiatorenarena gegen Bären zu kämpfen. Langeweile wird also mit viel Abwechslung entgegengewirkt. In Sachen Nebenmissionen haben die Entwickler auch nicht gespart und die wirklich große Karte mit zahlreichen Aktivitäten gefüllt.

 
Weniger ist mehr
Während Jagdaufgaben, Geiselrettungen, besetzte Außenposten und Bombenentschärfungen die Stärken von Far Cry 4  sozusagen in mundgerechten Häppchen aufbereiten, verkommen viele andere Nebentätigkeiten zu Spaßkillern. Die mit einem Fragezeichen verlockend gekennzeichneten "interessanten Orte" entpuppen sich viel zu oft als eine von vielen öden Höhlen oder Hütten. Dort angekommen findet der Spieler dann kaum mehr als ein paar Truhen mit Credits vor. Und das virtuelle Portemonnaie ist die meiste Zeit über sowieso randvoll. Statt also alle paar Meter solche Kinkerlitzchen zu platzieren, hätten die Entwickler ihre Zeit besser in einige wenige, dafür aber spannende Entdeckungen investiert. Gerade das so mystische Kyrat böte sich dafür an, den Entdeckertrieb des Spielers hervorzulocken. Stattdessen klappert man diese Punkte auf der Karte wohl nur ab, um die Prozentanzeige des Spielfortschritts immer näher an die 100 zu bringen. Schade!

Felsen statt Sand
Mit dem fiktiven Landstrich Kyrat hat man sich nicht nur ein optisch beeindruckenden, sondern vor allem äußerst unverbrauchten Ort ausgesucht. Die schneebedeckten Bergspitzen des Himalaya am Horizont, prachtvolle Tempel und im Wind flatternden Fahnen in allen Farben -  für eine ganz eigene, dichte Atmosphäre ist also gesorgt. Doch auch das Gameplay wird durch das neue Setting beeinflusst. Wesentlich vertikalere Landschaft als im Vorgänger zwingt euch dazu, regelmäßig Hügel hochzukraxeln. Herauszufinden, welche Abhänge zu steil sind und wo ihr einen Kletterhaken auswerfen könnt, benötigt eine gewisse Eingewöhnungszeit und kann in den ersten Spielstunden nerven. Schließlich mit dem Wingsuit wieder ins Tal zu sausen gleicht die Mühen aber umso mehr aus. Die einheimische Fauna streift ebenfalls wieder durch die Wälder. Wer sich also schon immer einem Honigdachs im Zweikampf stellen wollte, kann das nun tun.
 Autor:
Robert Stotzem
Testbericht
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