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Heavy Rain

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 Spiel-Infos: Heavy Rain
Heavy Rain Boxart Name: Heavy Rain (PAL)
Entwickler: Quantic Dream
Publisher: Sony Computer Entertainment Europe (SCEE)
Erhältlich seit: 26. Februar 2010
Genre: Adventure
Spieler: 1
Features:
SIXAXIS
Info: Dieser Text enthält minimale Beschreibungen, die einen leichten Einfluss auf eure Spielerfahrung haben könnten. Auf Storydetails wurde allerdings konsequent verzichtet.

Auf der Games Convention 2008 wurde Heavy Rain erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Nach langer Entwicklungszeit steht der Titel nun kurz vor dem Release. In den letzten Wochen verging kaum ein Tag, an dem keine neuen News, Informationen oder Trailer zu diesem „interaktiven Drama“, wie es seitens der Entwickler von Quantic Dream gerne beschrieben wird, veröffentlicht worden sind. Als einer der wichtigsten Titel für die PlayStation 3 angekündigt, der die Grenzen zwischen Spiel und Spieler in einer nie da gewesenen Weise verschwimmen lassen soll, wurde Heavy Rain die letzten Jahre tituliert. Die Gamer-Gemeinschaft war stets gespalten, ob die Versprechungen und Ankündigungen auch tatsächlich eingehalten und umgesetzt werden könnten. Die Erwartungen an den Titel sind hoch. Dies ist sicherlich eine Folge des – möglicherweise übersteigerten - Hype durch die Spieler dieser Welt. Doch solch eine frühe Begeisterung für einen unveröffentlichten Titel kommt auch nicht von ungefähr: Chefentwickler David Cage hat die Messlatte durch seine Ankündigungen selbst sehr hoch gelegt: Innovation und Revolution wurden die letzten 3 Jahre quasi ständig propagiert. Eine nie da gewesene Komplexität, einhergehend mit einer revolutionären Präsentation einer Story, die den Spieler und das Spiel verschmelzen lässt, sind nur zwei Beispiele für die haufenweise verwendeten Superlative. David Cage verfolgt mit Heavy Rain eine Idee, die bereits in Ansätzen im indirekten Vorgänger Fahrenheit zu erkennen war. Er hat eine Vision: Seine Spiele sollen eine andere Ebene erreichen. Eine Ebene, in der das Spiel aufhört ein Spiel zu sein. Eine Ebene, in der die Spieler die virtuelle Emotionalität nicht mehr von der realen, wirklichen Emotionalität unterscheiden können. Eine Ebene, in der sich der Spieler vollkommen einer Geschichte hingeben kann, beziehungsweise hingeben muss, weil die Grenze zwischen Controller und Spieler aufgehoben wird. Freiheit und Komplexität; Atmosphäre und Glaubwürdigkeit sind die Zutaten für diese Vision. Quantic Dream hat hoch gepokert und wer hoch pokert kann viel verlieren. Auf der anderen Seite sind Visionen und innovative Ideen der einzige Grund dafür, dass sich in der Geschichte der Videospiele neue Genres und Marken entwickeln konnten. Wer Visionen hat, sollte also keinesfalls zum Arzt gehen, wie es Altkanzler Schmidt einst  fälschlicherweise behauptete. Wir stellen diesem Test also die Frage voraus, mit der unsere Vorschau damals endete: Ist David Cage ein Revolutionär oder nur ein verkappter Träumer?
 
Die Schönheit der einfachen Dinge
Ein grausamer und skrupelloser Serienmörder treibt sein Unwesen und versetzt die Bewohner einer ganzen Stadt in Angst und Schrecken. Kinder verschwinden und werden einige Tage später mit einer Origami-Figur in der Hand aufgefunden. Tot. Heavy Rain erzählt seine Geschichte aus der Perspektive von vier Charakteren, die durch ihre Suche nach dem Origami-Killer ein gemeinsames Ziel verfolgen. Die Gründe für ihre Suche nach dem Origami-Killer sind allerdings unterschiedlichster Natur. Ethan Mars, der die Rolle des Hauptcharakters einnimmt, trauert um den Verlust seines ersten Sohnes und sieht sich plötzlich in der Gefahr auch seinen zweiten Sohn zu verlieren. Scott Shelby ermittelt zeitgleich als Privatdetektiv, während der FBI-Agent Norman Jayden der örtlichen Polizei unter die Arme greifen soll. Als einzige Frau ist die Fotografin Madison Paige mit von der Partie.
 
 
Die Geschichte von Heavy Rain wird in circa 60 Kapiteln erzählt, beziehungsweise ihr spielt die Geschichte von Heavy Rain in 60 Kapiteln, denn: Die Geschichte von Heavy Rain ist nicht vorgefertigt - ihr seid die Geschichte. Entscheidungen die ihr während des Spielens trefft haben nämlich Einfluss auf die Geschichte selbst und die Konsequenzen eures Handelns wirken sich unmittelbar auf den Fortgang der Geschichte aus. Die Erzählweise in Kapitelform ist dabei sicherlich keine neue Erfindung, bietet aber die Möglichkeit einen Spannungsbogen aufzubauen. Die Mechanik dahinter ist genial und simpel zugleich: Hat der Spieler beispielsweise ein Kapitel mit Ethan Mars abgeschlossen und ist neugierig und gespannt wie es mit ihm weitergeht, kommt ihr erst in den Genuss ein Kapitel von einem der anderen Charaktere zu spielen. Auch innerhalb dessen Kapitels wird ein Spannungsbogen aufgebaut, sodass der Spieler unbedingt erfahren möchte, wie es weitergeht. Anschließend schlüpft der Spieler allerdings wieder in die Rolle eines anderen Charakters - und so weiter, und so weiter. Ein System, dass in der Theorie durchaus sinnvoll klingt und schon bei Bestsellern, wie Dan Browns Sakrileg, gut umgesetzt wurde. Warum die Umsetzung in die Praxis bei Heavy Rain nicht so recht funktionieren mag, möchte ich erst im späteren Verlauf des Tests klären.
 Autor:
Joshua Hampf
Testbericht
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Leserwertung:
9.0