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Metal Gear Solid HD Collection

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Metal Gear Solid: Peace Walker
BoxartIm Gegensatz zu den anderen beiden Spielen der HD Collection hat Peace Walker seinen Ursprung nicht auf der PlayStation 2, sondern auf der PlayStation Portable. Dies bringt einige Vor- aber auch Nachteile mit sich. Fangen wir bei der Handlung an. Diese ist gewohnt spannend erzählt - rund zehn Jahre nach Snake Eater richtet Big Boss eine Militärbasis ein, die als Dreh- und Angelpunkt für seine Missionen dient. Ein neuer Auftrag weckt sein Interesse: Auf einer Tonbandaufnahme ist die Stimme seiner Mentorin zu hören, die er für tot hielt. Eine Fälschung oder doch die Wahrheit? Big Boss muss es herausfinden. Durch den PSP-Ursprung sind die Zwischensequenzen jedoch leider sehr unspektakulär in Comicform gehalten. Das ist insofern schade, da die sonstige Grafik des Spiels sich nicht vor den anderen beiden Titeln verstecken muss.
 
In Sachen Gameplay ist Peace Walker klar der beste Teil der Collection. Dies liegt zum größten Teil an der zeitgemäßen Steuerung. MGS 2 und 3 sind diesbezüglich doch ein wenig angestaubt und umständlich. Die Nahkampftechniken gehen euch bei Peace Walker sehr einfach von der Hand und beim Schießen könnt ihr zwischen automatisch und manuell wählen. Die einzelnen Level sind im Missions-Design gestaltet worden, d.h. ihr wählt in einem Menü einen Auftrag aus, macht eure Ausrüstung klar und versucht dann die Mission erfolgreich zu bewältigen. Das Setting besteht immer aus mehreren kleinen Arealen, die miteinander verbunden sind. Ein Prinzip wie man es von vielen PSP-Titeln her kennt. Dumm an der Sache ist nur, dass ihr lediglich am Ende einer Mission speichern könnt. Gerade in Hinblick auf die Handheld-Vergangenheit des Titels ist das unverständlich. Sollte man unterwegs nicht immer und jederzeit speichern können? Zuhause ist dieses System zwar kein all zu großen Problem, allerdings stellt es einen nicht zu unterschätzender Frustfaktor dar. Wenn ihr kurz vor Ende der Mission getötet werdet, könnt ihr von vorne anfangen.
http://playstation3.gaming-universe.de/screens/test_mgs_hd_coll_01.jpg
Nachschlag in der Kantine
Eine wirklich gute Idee ist das Wirtschaftssystem mit dem man Peace Walker bedacht hat. Denn neben den verschiedenen Missionen müsst ihr euch noch um eure Basis kümmern. Da ihr im Verlauf eurer Aufträge Soldaten rekrutieren könnt, müsst ihr diesen auch eine Aufgabe zuweisen. Schickt ihr sie in den Einsatz als Kämpfer, Techniker, Köche oder Mediziner? Alle Bereiche sollten von euch eine gewisse Aufmerksamkeit bekommen, denn die Kämpfer sind dienlich in Missionen, die Techniker forschen an neuen Waffen (und verbessern altbewährte), die Mediziner heilen eure Leute und die Köche halten eure Rekruten in der Kantine bei Laune. Denn wehe euch geht die Nahrung aus. Dann laufen sie zum Feind über. Das System ist sehr einfach und überschaubar und trägt daher einiges zum Unterhaltungswert des Spiels bei.

Im Team erfolgreich
War der Multiplayer-Modus auf der PSP noch lokal begrenzt, kann man sich nun endlich online austoben. Neben einem obligatorischen Deathmatch- und Team-Deathmatch-Modi (für bis zu sechs Spieler) gibt es auch einen sehr interessanten Koop-Modus, in dem ihr die verschiedenen Missionen gemeinsam absolvieren könnt. Vor allem spätere Aufträge werden dadurch wesentlich leichter. Die Zusammenarbeit ist jedoch nicht nur auf die Missionen beschränkt. Ihr könnt über eure Basis verschiedene Gegenstände austauschen, die ihr aufgesammelt oder entwickelt habt. Ein weiteres nettes Feature: Ihr könnt rekrutierte Soldaten tauschen - Pokémon lässt grüßen. Ein wenig schade ist hier der Umstand, dass man den Multiplayer nicht lokal mit der PSP oder der Vita in Zusammenarbeit mit der PS3 nutzen kann. Das wäre das Tüpfelchen auf dem sprichwörtlichen "i".
 
FAZIT
Die Metal Gear Solid HD Collection bietet euch gleich drei wahnsinnig tolle Spiele in einer Sammlung und im Gegensatz zu manch anderer HD Neuauflage stimmt hier auch die technische Umsetzung. Sicherlich gerade MGS2 merkt man sein Alter an und auch bei MGS3 hätte man die Steuerung ein wenig an moderne Standards anpassen können. Auch bei Peace Walker hätte man das Speichersystem verbessern können. Doch im Prinzip sind das Kleinigkeiten, die das Gesamterlebnis keinesfalls stören. Die Sammlung lohnt im Prinzip schon, wenn ihr nur eines der enthaltenen Spiele verpasst habt - gerade Peace Walker werden sicherlich nicht all zu viele unter euch gezockt haben. Also worauf wartet ihr noch? Ihr werdet ganz schön lange suchen müssen, um anderswo für so wenig Geld derart viel Spielspaß zu erhalten.

Daher für Einzelspieler herausragend und im Mehrspielermodus gut bis sehr gut.
 Autor:
Matthias Hellenthal
Testbericht
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Leserwertung:
9.3