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Puzzle Chronicles

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 Spiel-Infos: Puzzle Chronicles
PlayStation Network - Puzzle Chronicles Boxart Name: Puzzle Chronicles (PAL)
Entwickler: Infinite Interactive
Publisher: Konami
Erhältlich seit: 29. April 2010
Genre: Geschick & Puzzle
Spieler: 1-2 offline
Features:

Innerhalb der Redaktion soll es immer noch den ein oder anderen geben, der sich vor dem ins Bett gehen ein bisschen mit Tetris auf dem GameBoy abreagiert. Es wird sogar gemunkelt, dass ein ehemaliger Mitarbeiter ohne eine Runde Mr. Driller überhaupt nicht einschlafen kann. Fast jeder kennt dieses Phänomen, dass man von bestimmten - vermeintlich kleineren Puzzle-Games - in seinen Bann gezogen wird. Auf den ersten Blick simpel, entfalten sie erst bei näherer Betrachtung und längerer Beschäftigung ihr gesamtes, strategisches (Sucht-) Potenzial. Mit dem Titel Puzzle Quest gelang den Entwicklern von Infinite Interactive ein fesselnder Knobel-Taktiker, der sich zu weit mehr, als nur zu einem Geheimtipp gemausert hat. Nun schicken sich die Entwickler an, den Spielern dieser Welt einen weiteren Puzzle-Hit vorzulegen. Puzzle Chronicles heißt der neuste Streich, der nach NDS- und PSP-Version auch seinen Weg in den PlayStation-Network Store gefunden hat. Ob Puzzle Quest aus dem eigenen Haus mit einem würdigen Konkurrenten herausgefordert wird, oder ob es sich bei Puzzle Chronicles zu schnell ausgepuzzelt hat, erfahrt ihr in unserem Test. 
 
Conan der Puzzle-Barbar
Der überraschende Erfolg von Puzzle Quest trat - wie nun einmal üblich in der Branche - eine wahre Flut von indirekten Nachfolgern und Nachahmern los. Innerhalb kürzester Zeit erschienen viele unterschiedliche Titel, die den außergewöhnlichen Mix aus Rollen- und Puzzlespiel relativ schnell gewöhnlich machten. Unten knobeln, oben zusehen - so könnte man das Genre schnell und oberflächlich beschreiben. Während ihr nämlich auf der Unterseite des Bildschirms mit Knobelaction beschäftigt seid, führt euer Charakter - je nach Erfolg eurer Knobelei - vollautomatisierte Attacken auf Gegner aus. Auf das Spielprinzip möchte ich an späterer Stelle aber noch einmal ausführlicher eingehen.
 
 
In Puzzle Chronicles schlüpft ihr in die Rolle eines Helden, dessen Heimatdorf von fiesen Sklavenhändlern ausgebeutet wurde. Auch er wird auf dem Markt als Sklave zum Verkauf angeboten, kommt aber mit der Hilfe einer kecken Zauberin wieder frei. Der (fast-) Doppelgänger von Conan macht es sich nun zur Aufgabe den Sklavenhändlern zu folgen, die Dorfbewohner zu retten und sich zeitgleich bei der Zauberin für deren Hilfe zu revanchieren. Die ganze Geschichte wird anhand von kurzen Zwischensequenzen, vom Stil her an  die Darstellung in Comicheften erinnernd, erzählt. Natürlich lockern die Story und die Erzählweise die ständigen Puzzle-Gefechte ein wenig auf, doch ich hätte auf die merkwürdig anmutenden „Überraschungsmomente“ und klischeehaften Ereignisse irgendwie auch verzichten können. Sei´s drum, in Zeiten in denen nicht mal mehr ein Arcade-Racer oder Pong-Klon ohne große Hintergrundgeschichten auskommt, gehört eine Story wohl eben einfach zum guten Ton.
 
Der Gürtel muss zu den Schuhen passen
An dieser Stelle sollte nun auch einmal auf die Rollenspiel-Elemente von Puzzle Chronicles eingegangen werden. Vor allem in den ersten Spielstunden kann sich das RPG-Element nicht so recht entfalten. Ihr streicht mit eurem unerfahrenen Krieger über die gezeichnete Oberweltkarte und werdet an bestimmten Orten mit allerlei fremden Personen ins Gespräch kommen, die euch mit zahlreichen Quests behelligen. Das Questsystem ist dabei ziemlich linear ausgefallen: Besuche Ort A, anschließend Ort B und kehre anschließend zu Ort C zurück. Sowohl Haupt- als auch Nebenquests folgen alle demselben Schema. Zwischendurch gibt es dann auch mal geheime Orte auf der Karte zu entdecken oder freundliche Händler, die euch mit nützlichem und weniger nützlichem Krims-Krams erfreuen möchten. Für erfüllte Quests gibt es neben Goldgeschenken und Items selbstverständlich auch Erfahrungspunkte. Sobald ihr ein Level aufgestiegen seit könnt ihr dann die Charakterwerte eures Helden aufstocken. Dies bleibt in den Anfangsstunden des Spiels letztlich auch das einzige Rollenspiel-Element mit dem ihr es zu tun bekommt. Erst wenn ihr der Story länger gefolgt seit, kommen RPG-Fans auf ihre Kosten. Zahlreiche Items mit unterschiedlichen Fähigkeiten sammeln sich auf eurem Weg an. Gürtel mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auf spezielle Puzzlesteine, Goldketten, die die Chancen auf bessere Items erhöhen, oder Stiefel mit Rüstungsbonus - es gibt so ziemlich alle standardmäßigen Ausrüstungsgegenstände, die aus den typischen Genre-Vertretern bekannt sein dürften. So entwickelt Puzzle Chronicles mit fortschreitender Spieldauer tatsächlich einige, feine RPG-Aspekte. Wirken die ersten Spielstunden noch etwas zäh und ungelenk, läuft der Titel nach und nach zu persönlicher Bestleistung auf.
 Autor:
Joshua Hampf
Testbericht
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Leserwertung:
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