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Red Dead Redemption (Xbox 360)

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 Das Gaming-Universe Wertungssystem: So bewerten wir!
Die Wertung setzt sich bei Gaming-Universe aus den vier Komponenten Gameplay, Optik, Audio und Dauerspaß zusammen. Dazu vergeben wir eine Gesamtwertung, welche alle Faktoren zusammenfasst. Bietet ein Titel einen On- und/oder Offline-Multiplayer Modus, erfassen wir diesen mit einer eigenständigen Wertung. Die Skala umfasst 1 bis 10 Punkte, wie ihr sie Links genauer umschrieben findet, wobei die Gesamtwertung eine Abstufung mit Halbpunkten kennt. Falls wir einer Komponente keine Wertung geben, findet ihr ein "-" sowie einen Hinweis im Test-Text, wieso wir passen. Näheres zu den Komponenten erfahrt ihr, indem ihr die Maus über die entsprechenden Begriffe in diesem Text haltet.

10 Meilenstein

9 herausragend

8 sehr gut

7 gut

6 ordentlich

5 mittelmässig

4 dürftig

3 schlecht

2 schrecklich

1 unzumutbar

 Wertungs-Überblick
8
7.5
9.1
 
 Infos zu den Leserwertungen
Jeder User hat die Möglichkeit, getesteten Spiele mit einer Punktzahl von 1 bis 10 zu bewerten. Daraus wird der Durchschnitt aller Mitglieder berechnet und dann als "Leserwertung" angezeigt. Was unsere User sonst noch zum Spiel zu berichten wissen, findet ihr auf der nächsten Seite...
 Wertung Einspieler
GAMEPLAY: 8
OPTIK: 8
AUDIO: 9
DAUERSPASS: 8
 
GESAMT: 8
 
 Wertung Mehrspieler
GAMEPLAY: 8
OPTIK: 8
AUDIO: 9
DAUERSPASS: 7
 
GESAMT: 7.5
 Positiv
+ große, authentisch wirkende Spielwelt
+ gelungene Dialoge
+ viele Missioen und Aufgaben
+ großartiger Soundtrack
+ umfangreicher Multiplayer
 
 Negativ
- viele Bugs
- etwas zu wenig Abwechslung

Zweite Meinung - Thomas Steuer:

Red Dead Redemption war mit Abstand das intensivste Spielerlebnis, das mir Rockstar je geboten hat. Die reine Durchspielzeit mag für einen solchen Titel recht niedrig erscheinen, aber genau das war auch mehr als gut so. Wo ein GTA IV bei 86 Missionen schon bei rund der Hälfte langweilt, dort hat man bei einem Red Dead Redemption an der Stelle schon locker fünf Mal gedacht, man habe das Finale bereits erlebt. Natürlich wiederholen sich die Missionstypen immer mal wieder, aber langweilig wird es zuletzt dank dem genialen Dead-Eye-Kampfsystem nie. Frustmomente muss man ebenfalls mit der Lupe suchen. Optisch ist der Titel über alle Maßen erhaben. Licht- und Schatteneffekte sind absolute Schmankerl, die Weitsicht imponiert (wenngleich Just Cause 2 hier dennoch die Nase vorne hat) und abwechslungsreiche Schauplätze von weit überschaubaren Grünflächen über respekteinflößende Canyons bis hin zu verschneiten Berggebieten wissen immer mal wieder zu überraschen und zu beeindrucken. Der gediegene Western-Soundtrack unterstreicht das Feeling jederzeit passend und meist dezent, so dass hier zahlreiche atmosphärische Highlights präsentiert werden. Spielerisch hat man alles ausgemerzt, was in vorherigen Open World-Spielen aus dem Hause Rockstar genervt hat. Schwer zugängliche Minispiele wie Bowling oder Billiard aus GTA IV hat man durch die gängigen "Pub Games" ausgetauscht (Würfel- und Kartenspiele). Durch das Camping mit seiner praktischen Reisefunktion kann man schnell und bequem überall speichern (!) und sich zwischen den Missionen auch zu jedem auf der Karte platzierten Wegpunkt „teleportieren“. Wer darauf keinen Bock hat, darf auf meine Hauptkampagnen-Nettospielzeit von ~15h noch gut und gerne 5h draufrechnen. Ein Handy gibt es übrigens nicht ;) und das Pferd steuert sich im Vergleich zu den Autos bei GTA IV auch absolut stressfrei. Obwohl die Kutschen diesen Nervpart das ein oder andere Mal für sich vereinnahmen. Nebenmissionen gibt es auch endlich wieder zahlreich. Es gilt, verschollene Bürger aufzufinden, Streitigkeiten zu klären, Überfälle zu vereiteln, Diebesgut wiederaufzutreiben und Bandenverstecke hochzunehmen. Des Weiteren warten die üblichen Farmertätigkeiten auf den guten John Marston wie Kuhherden voranzutreiben, Wildpferde zuzureiten und natürlich massenhaft wildes Vieh in die ewigen Jagdgründe zu verschicken. Irgendwie muss man im Wilden Westen schließlich überleben. Alleine das Setting bietet also schon mehr innovative Möglichkeiten zum Nebenverdienst als in einem Großstadtszenario überhaupt auszuschöpfen gewesen wären. Das tatsächliche Highlight des Spiels ist aber die Geschichte. Dabei laufen Western doch im Grunde immer gleich ab. Gut und Böse sind von Beginn an bekannt. Im Verlauf stattfindende Seitenwechsel werden weitestgehend gemieden und am Ende läuft alles auf den großen Showdown hinaus. Rockstar erlaubt sich hierbei aber, das ganze ein klein wenig auszuschmücken. "Ein klein wenig" sei dabei aber mit Vorsicht zu genießen. Die Zutaten sind wie folgt: Man nehme einen möglichst kantigen, aber dennoch liebenswerten Titelhelden, führe die Spieler durch geschickt integrierte und hervorragend eingesprochene Zwischensequenzen behutsam und gemächlich an dessen Lebensgeschichte heran und integriere nach und nach immer beklopptere aber vollkommen glaubwürdige Charaktere ohne jemals albern zu werden. Dabei nimmt man sich die Zeit, die Beziehungen dieser Charaktere zum "Helden" zu formen, indem man weite Reitwege bspw. immer wieder dazu nutzt, "intimere" Gespräche aufzubauen. Und das abermals ganz ohne aufkommende Langeweile.
 
[Spoilergefahr!]

Schlussendlich lasse man den Hauptcharakter diesen Leuten helfen, sodass sie ihm was schulden und trete schließlich im Kollektiv zum Showdown an den bösen Buben heran. Das wars? Pustekuchen. Und jetzt? Immer noch nicht. Jetzt aber? Nö! Und wenn der böse Bube dann nach vielen weiteren Stunden und abermals völlig anderen Charakteren endlich geschlagen ist und man nach stundenlangem "eine Mission noch, dann gehts aber in die Falle" wehmütig dem Abspann entgegensieht, geht es plötzlich doch noch weiter. Nur um zum Schluss abermals eine dicke Überraschung aufzufahren, die zwar im Endeffekt abzusehen war, einen jedoch letztendlich mit weit geöffnetem Mund im Antlitz des definitiven Finales zurücklässt.

[/Spoilergefahr]

Wow! Von massenweise Bugs im Singleplayer habe ich hingegen nicht viel mitgekriegt. Der ein oder andere verschluckte Untertitel und ein Clipping-Fehler hier und da sind zwar ärgerlich, aber keineswegs spielspaßbeeinträchtigend.  Im Multiplayer sieht das ganze zwar etwas anders aus, dafür lieferte man zur Entschädigung kürzlich aber ein kostenloses Koop-Addon ab. Letztendlich war ich nach dem Abspann eines Videospiels schon lange nicht mehr so geflasht wie dieses mal. Damit liefert Rockstar mit Red Dead Redemption nicht nur mein vorläufiges Spiel des Jahres ab, sondern zelebriert feierlich ein glorreiches Comeback des Sandbox-Genres. Hut ab!

Daher: 9.5
 Autor:
Neels Behrend
Testbericht
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Screenshots:
Leserwertung:
9.1