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Street Fighter IV (Xbox 360)

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Die dritte Anzeige, nach der EX- und der Lebensenergie-Leiste, ist der Revenge-Bar. Je mehr ihr an Prügel einsteckt, desto weiter füllt sich der kleine Kreis am äußeren Bildrand. Habt ihr genug eingesteckt, dürft ihr eine Ultra-Attacke starten. Die ist noch mächtiger als ein Super-Angriff und kann dem Match die entscheidende Wendung geben, wenn es eigentlich schon verloren geglaubt ist. Ein gekonnter Kniff, um die Spannung beim Kampf hochzuschrauben. Allerdings müssen diese mächtigen Angriffe so ausgeführt werden, dass sie den Gegner ordentlich treffen, sonst verpufft die ganze Energie ungenutzt. Ganz neu sind die Fokus-Attacken: Beim Aufladen dieses Angriffs könnt ihr einen Schlag absorbieren, um ihn dann mit der Fokus-Attacke zu kontern. Ein Feature, das sehr viel Übung erfordert, um es sinnvoll einzusetzen.

Sticky Situations
Allein am Steuerungsschema kann man die Arcade-Herkunft der Street Fighter-Spiele sofort erkennen, was auch auf viele andere Beat‘em Ups zutrifft. Nun da standartmäßig einmal nur Gamepads den aktuellen HD-Konsolen beiliegen, stellt sich natürlich die Frage der Steuerungslösung. Mit etwas Übung und gutem Willen lassen sich mit dem Xbox 360-Pad zwar alle Moves ausführen und man kann ein gutes Match bestreiten, allerdings sind weder Steuerkreuz noch Controllstick wirklich geeignet, um immer zur richtigen Zeit die gewünschte Aktion zuverlässig auszuführen. Wer ernsthaft spielen möchte, sollte sich zumindest ein angepasstes Gamepad mit besseren Steuerkreuz und anderer Tastenauswahl oder eben ein Arcade-Board zulegen. Besonders mit letzterem lässt sich echtes Spielhallenfeeling entfalten. Auch wenn die Steuerung wohl für den Standard-Controller bestmöglich gelöst wurde, ist eines der genannten Eingabegeräte wirklich dringest zu empfehlen und angemessen. Schließlich spielt man Guitar Hero und Rock Band ja auch nicht ohne Gitarrencontroller.

 
World Warriors
Das fordernste an einem Beat‘em Up ist aber natürlich der Kampf mit einen menschlichen Gegner. An einer Konsole ist ein VS-Match immer eine spaßige Sache und durch das einstellbare Handicap balanciert man ein Match entsprechend aus, um für Spannung zu sorgen. Doch die wahre Herausforderung liegt draußen, in der weiten Welt und deshalb sollten ambitionierte Kämpfer sich online mit dem Rest der Welt messen. Dazu gibt es zwar auch einen ungewerteten Zweikampf, aber die Ranglistenkämpfe sind das eigentliche Ziel. Das Ranking wird dabei nicht nur nach dem Sieg- und Niederlagenverhältnis, wie bei manch anderen Beat‘em Ups aufgestellt. Street Fighter IV arbeitet hier mit so genannten Battlepoints, die man für gewonnene Matches bekommt. Die Höhe der Punkte richtet sich danach, wie viel Punkte euer Gegner hat. Wer verliert, muss auch Battlepoints wieder abgeben. Das System hat unter anderem den Vorteil, dass Spieler mit zeitlichem Vorsprung schneller und einfacher von besseren Spielern überholt werden können, die vielleicht vorher nicht so viel Zeit investieren konnten. Sehr gelungen ist auch das Titel-System. Hier bekommt ihr nicht vorgefertigte Ränge, die dutzende anderer Spieler genauso tragen. Vielmehr erspielt ihr euch immer neue Kampftitel und kleine Icons für eure Sammlung und könnt euch dann einen Rangnamen und ein Bild aussuchen, um diese individuell zu kombinieren. Hinzu kommen noch Medaillen, die ihr für bestimmte Kampfaktionen sammelt und als Trophäen hortet, um vor Anderen angeben zu können. Meist tretet ihr gegen Spieler mit einer guten Verbindung an, allerdings dürft ihr diese auch selbst vor dem Match überprüfen und gegebenenfalls auf einen neuen Spieler mit besserer Verbindung warten. Das Onlinekonzept ist durchdacht und überzeugt. Einzig das Fehlen eines Turniermodus, wie bei Super Street Fighter II HD Remix ist ein kleiner Wehrmutstropfen.
 Autor:
Neels Behrend
Testbericht
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Leserwertung:
8.8