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Tomb Raider

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Der optimale Mittelweg
Crystal Dynamics schöpft im Tomb Raider-Reboot das volle Potenzial aus: Nachdem die Uncharted-Reihe das Genre des 3rd-Person Action-Adventures neu definiert hat, fielen die mechanischen Ungereimtheiten vergangener Tomb Raider-Ableger umso mehr auf. Überraschender ist daher die ungewohnt moderne Spielmechanik, die sich vor der Konkurrenz in keiner Weise verstecken muss. Die Steuerung von Lara geht bei jeder Bewegung wie aus einem Guss und nach den ersten Metern springt das Herz schon vor lauter Freudensprüngen auf und ab. Doch Lara bewegt sich nicht nur nach heutigen Standards, sondern besitzt auch ein großes Inventar, das kontinuierlich ausgeweitet wird. Während man der Uncharted-Reihe zu viel Action verpackt in Schlauchboot-Arealen schwarz ankreidet, versteht es Crystal Dynamics den Adventure-Part optimal einzusetzen. Hilfsmittel wie eine Harke, Fackeln, Streichhölzer und Seile stellen dem Spieler eine tiefer greifende Spielfigur zur Verfügung, die dank einem belohnenden Erfahrungspunkte-System kontinuierlich ihre Ausrüstung verbessern kann. Dies gilt auch für Waffen, die dadurch nicht nur Boni erhalten, sondern auch neue Modifikationen wie beispielsweise Feuerpfeile spendiert bekommen. Erstaunlich gut von der Hand gehen auch die erlernbaren Nahkampf-Kombinationen inklusive Ausweich-Kombos und Finishing Moves.
Um Erfahrungspunkte zu sammeln, könnt ihr Gegner ausschalten oder Güter sowie sammelbare Objekte finden, die meist abseits des Hauptweges gut versteckt wurden. Ebenfalls könnt ihr nebenher auf die Jagd gehen und Tiere erlegen, um weitere Punkte zu sammeln. Auch dadurch lassen sich Skill-Punkte sammeln, die Lara in passive Fähigkeiten stecken kann. Mit Hilfe eines Instinkt-Modus, ähnlich dem Adleraugen-Modus aus Assassin's Creed, werden Schätze, Gegner und interessante Objekte farblich hervorgehoben und helfen euch dabei auch ohne gefundener Schatzkarte für das betreffende Gebiet die zu sammelnden Relikte, Geocaches und Dokumente zu finden. Dadurch erfahrt ihr nebenher einerseits mehr über die mysteriösen Geschehnisse auf der geheimen Insel und gleichzeitig etwas über den historischen Bezug der Handlung.
 
Wo die Entwickler offensichtlich noch ihre Schwächen haben, ist die Erzählhaltung: Zu schnell und zu früh im Spiel wird dem Spieler deutlich worum es auf der Insel überhaupt geht und so wird aus dem mysteriösen Gebilde ganz schnell eine unspektakuläre Beseitigung des Problems. Doch die cineastische Verpackung in Hollywood-Manier weiß allemal zu gefallen und bietet dem Spieler zusammen mit der atemberaubenden Atmosphäre ein audiovisuelles Spektakel, das vor allem von Effekten in Kombination mit dem toll passenden Soundtrack von Jason Graves lebt. Geskriptete Szenen kommen ab und zu auch in sensationeller Ausführung zum Einsatz ohne den Bogen dabei zu überspannen.
 Autor:
Dominic Ruthardt
Testbericht
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Leserwertung:
8.1