PlayStation 3 » Tests » W » White Knight Chronicles

White Knight Chronicles

-> Drucken Spiel-Infos ein-/ausblenden...
 Spiel-Infos: White Knight Chronicles
White Knight Chronicles Boxart Name: White Knight Chronicles (PAL)
Entwickler: Level 5
Publisher: Sony Computer Entertainment Europe (SCEE)
Erhältlich seit: 26. Februar 2010
Genre: Rollenspiel
Spieler: 1 (offline), 1-4 (online)
Features:
Online Coop-Modus, Sprach-Chat
White Knight Chronicles ist eines der ersten Rollenspiele, das für die damals noch recht junge PlayStation 3 angekündigt wurde. In Japan ist der Titel dann auch bereits vor über einem Jahr erschienen - nur westliche Fans mussten sich noch wesentlich länger gedulden. Eine wichtige Frage, die sich daraus ergibt, muss somit lauten: Kann ein Titel, der über ein Jahr alt ist, grafisch mit aktuellen Spielen mithalten oder merkt man ihm sein Alter an? Die Antwort überrascht, denn obwohl White Knight Chronicles natürlich nicht mit einem Uncharted 2 mithalten kann, sieht es unglaublich gut aus. Die Umgebungen sind sehr detailliert und auch wenn es auf dem Bildschirm mal hektischer zugeht, kommt es so gut wie nie zu Rucklern. Hinzu kommt, dass eure Figuren je nach angelegter Ausrüstung auch ihr äußeres Erscheinungsbild verändern. Eine Tatsache, die so manches aktuellere JRPG nicht vorzuweisen hat. Was in der Welt von White Knight Chronicles jedoch leider sehr verbreitet ist, ist das Tearing. Vor allem bei weiten Landschaften fällt immer wieder störend auf, wie das Bild horizontal zerrissen wird. So etwas stört dann auch den ansonsten optisch tadellosen Gesamteindruck der Spielwelt.
 
Ein Junge und sein Ritter
Die Handlung ist in Rollenspielen stets von großer Bedeutung, soll sie den Spieler doch dazu motivieren zahlreiche Stunden mit der jeweiligen Heldengruppe zu verbringen. Leider bietet White Knight Chronicles in diesem Bereich nicht sonderlich viel Neues. Es geht mal wieder um einen Jungen, der vom Schicksal in irgendeiner Form auserwählt wurde und sich schließlich aufmacht, um die Welt zu retten.
 
http://playstation3.gaming-universe.de/screens/test_whiteknightchronicles_leonard.jpg
 
Auf seiner Reise schließen sich ihm dann weitere Abenteurer an, die alle irgendein Rollenspiel-Klischee erfüllen. Da haben wir die beste Freundin des Helden, die heimlich in ihn verliebt ist, den schillernden Paradiesvogel, einen betagten weisen Mann und so weiter. Die Handlung selbst bedient sich im weiteren Verlauf dann auch jeglicher Klischees, welche man so aus japanischen Rollenspielen kennt. Wir wollen euch natürlich nicht zu viel verraten, aber ihr solltet keine all zu großen Überraschungen erwarten. Manche dramaturgischen Wendungen sind gar so abstrus, dass man eigentlich nur mit dem Kopf schütteln kann. Aber immerhin erfüllt die Story ihren Zweck und ist insgesamt recht unterhaltsam. Dies liegt nicht zuletzt an der Thematik der mystischen Ritter, welche sich beschwören lassen und als übergroße Rüstungen in den Kampf eingreifen. Im Prinzip hat man die aus diversen Anime bekannten Mecha aus dem Science-Fiction Genre heraus und ins Fantasy Genre hinein teleportiert. Vergleiche zur Animeserie "The Vision of Escaflowne", die einst auf MTV ausgestrahlt wurde, sind durchaus angemessen. Wer auf entsprechende Anime steht, für den ist White Knight Chronicles mit Sicherheit eine Offenbarung.
 
Zieh dein Schwert und kämpfe
Ein Rollenspiel steht und fällt mit seinem Kampfsystem. Immerhin verbringt man einen Großteil seiner Zeit damit, diverse Gegner aus dem Weg zu räumen. Da kann ein langweiliges Kampfsystem schnell das gesamte Spiel zur Qual werden lassen. Ganz so schlimm ist es bei White Knight Chronicles zwar nicht, dennoch hat das Kampfsystem sehr grundlegende Schwächen. Doch gehen wir der Reihe nach vor. Die Kämpfe laufen in Echtzeit ab. Sobald ihr ein Monster in der Gegend herumlaufen seht (Zufallskämpfe gibt es keine), könnt ihr in den Kampfmodus wechseln und euch mit dem Gegner messen. Ihr müsst lediglich abwarten bis sich ein Aktionskreis gefüllt hat und könnt dann eurer Figur einen Befehl geben. Leider füllt sich der besagte Kreis recht langsam, so dass die Kämpfe etwas träge von der Hand gehen. Zu Beginn habt ihr nur eine handvoll Basisangriffe. Bevor ihr mehrere Attacken lernt, ist ein wenig Vorarbeit im Menü notwendig. Jede Figur kann nämlich diverse Waffenklassen meistern, also etwa Schwertkämpfer, Magier, Bogenschütze und ähnliche. Ihr könnt euch komplett auf eine Klasse konzentrieren oder eure Erfahrungspunkte gleichmäßig verteilen, das ist ganz euch überlassen. Je mehr Erfahrung ihr in eine Klasse investiert, desto mehr Attacken schaltet ihr frei. Diese wiederum weist ihr in einem entsprechenden Menü diversen Aktionsfeldern zu. Erst dann hat eure Figur Zugriff auf die neuen Fertigkeiten. Diese Vorgehensweise ist insofern interessant, da ihr euch entscheiden müsst, welche Attacken ihr in euer Repertoire mit aufnehmt und welche erstmal nicht. Leider werden etwaige taktische Entscheidungen, die so Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen könnten im Keim erstickt, da die Grundattacken eigentlich vollkommen ausreichend sind. Ihr könnt euch in der Tat durch fast das gesamte Spiel prügeln, indem ihr euch auf die einfachste Attacke verlasst. Vermeintlich starke Angriffe, die Aktionspunkte verbrauchen, ziehen dem Gegner auch nicht mehr Lebenspunkte ab als ein normaler Hieb.
 Autor:
Matthias Hellenthal
Testbericht
Zur Screengalerie
Screenshots:
Leserwertung:
5.4