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WWE All Stars (Xbox 360)

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 Spiel-Infos: WWE All Stars (Xbox 360)
WWE All Stars Boxart Name: WWE All Stars (Xbox 360) (PAL)
Entwickler: TBA
Publisher: THQ
Erhältlich seit: 01. April 2011
Genre: Sport - Wrestling
Spieler: 1-4
Features:
Online-Modus

Dieser Test basiert auf der Xbox 360-Version. Kleinere Abweichungen im Vergleich zur entsprechenden PlayStation 3-Fassung sind deshalb nicht völlig ausgeschlossen.

Nicht wenige Fans der Reihe sind der Meinung, dass WWE SmackDown! vs. RAW seit Jahren stagniert. Zwar schieben THQ und Yukes stetig neue Modi nach, Änderungen an der Präsentation oder dem Gameplay muss man jedoch mit der Lupe suchen. Zu diesem Zweck, gleichzeitig aber auch um die Anhänger nicht durch zu starke Eingriffe zu vergraulen, wirft man nun mit WWE All Stars ein Wrestlingspiel auf den Markt, das einem anderen Konzept folgt. Ähnlich wie bei Legends of Wrestlemania, das im Jahre 2009 bereits als Alternative zu SmackDown vs. RAW veröffentlich wurde, setzt man mit WWE All Stars auf eine Mischung aus Legenden und aktuellen Superstars, die in übertrieben lächerlicher Form dargestellt, auch Leute für Wrestling-Spiele begeistern sollen, die das Genre sonst meiden wie der Teufel das Weihwasser.

Salto und mehrfache Schraube
Aber inwiefern hebt sich WWE All Stars nun von SmackDown vs. RAW ab? Überzeichnete Muskelmonster, sind einerseits keine Neuheit im WWE-Universum und abgesehen davon sicher kein großer Kaufanreiz. Um die so genannten Casuals anzusprechen hat THQ das Game erstmal rundum entschlackt. In Sachen Matcharten gibt es nur noch Singles-, Tag Team-, Triple Threat-, Four Way- und Handicap-Matches. Bot SmackDown vs. RAW noch beinahe unzählige Sonderbedingungen (so genannte Stipulations), verlässt sich WWE All Stars auf Tornado Tag-, Steel Cage-, Extreme Rules- und Elimination-Matches. Zu Deutsch: Teamkämpfe ohne Auswechslungen, Matches im Käfig, Matches ohne Regeln und Ausscheidungsmatches mit bis zu vier Teilnehmern. Die 30 Legenden und Superstars, von denen einige selbstverständlich erst freigeschaltet werden müssen, sind weiterhin ganz simpel in vier Kategorien eingeteilt. Neben den schlagkräftigen Brawler gibt es noch die besonders robusten Big Men, die wendigen Highflyer und den mattenorientierten Techniker. Im Ring agiert ihr in erster Linie mit den vier Aktionstasten für schwache und starke Schläge, sowie schwache und starke Griffe. Der simple Ansatz bedeutet allerdings nicht, dass das Kampfsystem nicht über ausreichend Tiefe verfügt. Im Gegenteil: Mit den Schultertasten lässt sich beinahe jeder Schlag bzw. Griff auskontern - sofern man das richtige Timing beherrscht. Dabei lassen sich Konterangriffe sogar ein weiteres Mal auskontern, um dem anfänglichen Aggressor wieder die Oberhand zuzugestehen. Seinen wahren Reiz zieht WWE All Stars aber tatsächlich aus der Kombination des zugänglichen Kampfsystems und der übertriebenen Darstellung der Scharmützel im Ring. Nicht nur die Kämpfer werden nämlich übertrieben aufgeblasen dargestellt, sondern auch deren Move-Sets. Insbesondere bei den jeweiligen Signature-Moves und Finisher fliegen eure Recken mitunter meterweit in die Lüfte um ihre Gegner möglichst speziell, mit Salto und mehrfacher Schraube garniert, auf die Ringbretter zu schmettern. Dabei schaltet das Spiel in eine Zeitlupe, verpasst dem Hintergrund einen schwarz-weißen Anstrich und stattet die Bewegungen der Aktiven mit farbigen Leuchtschweifen aus.


Auch hierfür müsst ihr nicht viel tun. Jede gelungene Aktion lässt einen farbigen Balken unter der Energieleiste eures Wrestlers ansteigen. Mit diesem Balken lassen sich bis zu drei Signature-Moves ansammeln. Drückt ihr jeweils zwei der vier Aktionstasten in Kombination, setzt eure Figur zum Spezial-Griff an. Diese füllen schließlich eine weitere Leiste für euren jeweiligen Finisher. Auch Wrestling-Laien werden sicher einige dieser Aktionen noch von früher kennen. Etwa den berüchtigen Legdrop vom American Hero schlechthin, Hulk Hogan oder den Flying Elbow vom obersten Seil, bekannt gemacht durch den kürzlich leider verstorbenen Macho-Man Randy Savage. Generell bietet WWE All Stars auch insofern eine schöne Abwechslung, weil die Aktiven nicht an ihre aus den WWE-Sendungen gewohnten Move-Sets gebunden sind. Die Entwickler haben sich komplett ausgetobt, John Morrison zeigt auf einmal den eigentlich verbotenen Canadian Destroyer (Nerd Alert!), etliche Superstars kopieren den Scorpion Deathdrop, obwohl dessen eigentlicher „Besitzer“ Sting mit WWE nie was zu schaffen hatte und auch sonst bietet jeder Akteur eine Fülle an spektakulären Aktionen und Kontern, die man so weder im TV noch in den SmackDown-Spielen zu bestaunen bekommt. Wer also gerade bei letzteren Titeln auf bestimmte Wrestler konsequent verzichtet, einfach weil ihm deren Repertoire nicht zusagt, der hat hier Grund genug, auch wirklichen jeden mal durchzuprobieren.
 Autor:
Thomas Steuer
Testbericht
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